Projekte
OSTEN – Ein Festival in Bitterfeld-Wolfen
OSTEN ist ein Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse. Es erforscht und feiert »den Osten« als Landschaft der Veränderungen für Mensch, Natur und Zusammenleben. Und wo, wenn nicht in Bitterfeld-Wolfen können Geschichten von Veränderung erzählt werden? Denn wie kaum eine andere Stadt steht Bitterfeld, einst bezeichnet als »dreckigste Stadt Europas«, heute Vorbild für ökologische Sanierung, für Wandel. Und doch ist sie ein gutes Beispiel für die ökonomischen, sozialen und biografischen Einschnitte, die viele Orte in Ostdeutschland und darüber hinaus erlebt haben.
Mithilfe der Kunst will das Festival OSTEN den Austausch über die Geschichte und Gegenwart »des Ostens« anregen und Begegnungen schaffen: Kunst als Anlass, um zu entdecken, zu agieren, in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Das Festival versteht sich als Textmarker und Verstärker der Bewegungsenergie einer Region im Umbruch und will etwas aufbauen, wo seit der Wiedervereinigung viel Kulturangebot verschwunden ist. OSTEN richtet sich an die Menschen aus Bitterfeld-Wolfen, indem es ungewöhnliche Zugänge zur Stadt entwickelt, und an Menschen von außerhalb, die auf das Besondere dieser Landschaft und ihrer Geschichte aufmerksam gemacht werden sollen.
Alle Projekte und Produktionen der vergangenen Festivaleditionen sind im Archiv gesammelt.
Die nächste Ausgabe von OSTEN – Festival für Kunst und gegenseitiges Interesse findet vom 12.-27.9.2026 in Bitterfeld-Wolfen statt.
OSTEN als regionale Anlaufstelle
Auch außerhalb der Festivalzeit ist OSTEN ganzjährig als regionale Anlaufstelle für Kulturprojekte aktiv. Dafür haben wir langfristig ein Büro mit regelmäßigen Öffnungszeiten in der Kreisvolkshochschule Bitterfeld bezogen, um direkt vor Ort ansprechbar zu sein, unsere regionalen Netzwerke weiter auszubauen, partizipative Kulturprojekte umzusetzen und andere lokale Akteure bei ihren Vorhaben zu unterstützen.
Ein Ort für die Industriekultur – ein Ort für die Zukunft
Mit der Maßnahme „Ein Ort für die Industriekultur – ein Ort für die Zukunft“ entwickeln wir zusammen mit dem Jugendclub 83 e.V., mit Bürger:innen und insbesondere mit Jugendlichen, ein kulturelles Programm rund um das Kino Wolfen. Im Zentrum unseres Vorhabens steht die Frage, wie aus dem industriekulturellen Erbe der Stadt neue gemeinschaftliche Räume und Formate entstehen können. Ausgangspunkt ist das ehemalige Kino Wolfen, das seit 2022 von uns mit künstlerischen Aktionen bespielt wird. 2026 beginnt die Sanierung des Kinos und wir bereiten die spätere Wiedereröffnung inhaltlich vor, indem wir durch Ausflüge, Werkstätten und Vermittlungsangebote Bedarfe herausfinden und Nutzungen konzipieren, die das Kino Wolfen ab 2027 zu einem offenen Ort der kulturellen Bildung und Begegnung machen sollen.
Geplant ist ein mobiles “Atelier für gegenseitiges Interesse”, das von den Architektur-Kollektiven raumlaborberlin, la relève und lfm2 geplant und konstruiert wird. Die Struktur ist als beweglicher Treffpunkt für verschiedene Veranstaltungen gedacht und soll gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Jugendlichen und Studierenden entwickelt und aus wiederverwerteten Materialien gebaut werden. Das Atelier soll die Geschichte und das Erbe der Region sichtbar machen und zugleich Raum für gemeinsames Lernen, Austausch und Mitgestaltung schaffen. Zunächst ist sein Einsatz beim Festival 2026 geplant, danach soll es am Kino Wolfen weiter genutzt werden. Dort soll das Atelier Platz für Gespräche, Kunst, Bildung und Mitmach-Angebote bieten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier dann gemeinsam die Geschichte und Gegenwart der Region erkunden.